Die Wangen geröthet von einem Frühritt, den sie schon gemacht, ein paar duftende Orangenblüthen und eine Rose im Haar stand sie da, und selbst in den Augen, wie der funkelnde Thau da draußen noch auf den Blüthen lag, ein paar blitzende Tropfen, die aber mehr der Unmuth als der Schmerz ausgepreßt haben mußte und die sie zu stolz war wegzuwischen, damit die Mutter die Bewegung nicht etwa sah.

Nein, ich bitte euch, hört zu. Königin. Aber meine liebe Ophelia Ophelia. Königin. O weh! Seht hieher, mein Herr. Ophelia. Mit Blumen rings umstekt; Sie gehn mit ihm ins Grab, benezt Mit treuer Liebe Thau. König. Wie steht's um euch, junges Fräulein? Ophelia. Wohl, Gott sey bey euch! Die Leute sagen, die Eule sey vorher eine Bekers-Tochter gewesen.

Horatio. Es ist ein Zufall, welchem es schwer ist auf den Grund zu sehen. In dem höchsten und siegreichesten Zeit-Punkt der Römischen Republik, kurz zuvor eh der grosse Julius fiel, thaten die Gräber sich auf; die eingeschleyerten Todten schrien in gräßlichen ungeheuren Tönen durch die Strassen von Rom; Sterne zogen Schweiffe von Feuer nach sich; es fiel blutiger Thau; der allgemeine Unstern hüllte die Sonne ein, und der feuchte Stern, unter dessen Einflüssen das Reich des Meer-Gottes steht, verfinsterte sich wie zum Tage des Welt-Gerichts.

Nun, Missis wollte, ich sollte's =so= machen, und dann sollt' ich's =so= machen; und endlich wurd ich beinahe unartig und sagte: >Nun, Missis, schauen Sie auf die schönen, weißen Hände, Ihre, mit langen Fingern, alle mit blanken Ringen, just wie meine weißen Lilien, wenn der Thau drauf liegt; und nun schauen Sie meine großen, schwarzen Hände.

Der Thau fällt auf das Gras, wenn die Nacht am verschwiegensten ist.` Und ich antwortete: `sie verspotteten mich, als ich meinen eigenen Weg fand und gieng; und in Wahrheit zitterten damals meine Füsse.` Und so sprachen sie zu mir: `du verlerntest den Weg, nun verlernst du auch das Gehen!` Da sprach es wieder ohne Stimme zu mir: `Was liegt an ihrem Spotte!

Hundertfältig stimmen nun Mythen und Bräuche in der Annahme überein, aus dem rechtzeitigen Abstreifen des am Halme hängenden Morgenthaues lasse sich Milch und Butter gewinnen, als gediegenes Produkt fertig herauspressen, und das in diesen Thau getriebene Milchthier ergebe doppeltes Milchquantum.

Und was in allen Meeren mir zugehört, mein An-und-für-mich in allen Dingen Das fische mir heraus, Das führe zu mir herauf: dess warte ich, der boshaftigste aller Fischfänger. Hinaus, hinaus, meine Angel! Hinein, hinab, Köder meines Glücks! Träufle deinen süssesten Thau, mein Herzens-Honig! Beisse, meine Angel, in den Bauch aller schwarzen Trübsal! Hinaus, hinaus, mein Auge!

Wie die Vögel so fröhlich zwitscherten in dem jungen Laub, und die Frösche quakten, und die Heuschrecken mit ihrem wunderlich regelmäßigen Zirpen den Wald belebten; wie das Alles so neu und frisch aussah in der schönen jungen Welt, und der Thau wieder so klar und blitzend an den Halmen perlte.

Die Hand streck aus! dem Schah vom Haupt die Haube nim! Wenn diese Länder all erst deiner Herrschaft fröhnen, Werden dir allerwerts auch huldigen die Schönen. Die Schönheit ist die Blum, o Sohn, auf dem Gefild Des Lebens, und die Lieb ein Thau auf Blumen mild. Nie fehlen möge dir, o Jüngling, auf der Au Der Jugend und des Glücks die Blume noch der Thau!

"Kind, du mußt der Schafe achten, der Thau ist zu früh, und zu kühl!" "Nicht auf die Haide gehe ich, Großmutter, sondern weit fort in das Land, um zu lernen und tüchtig zu werden, wie ich es Euch ja gestern Alles gesagt habe."