Sein Gut, durch stumme List und tückischen Verstand Den Armen abgedrückt, und Freunden oft entwandt, Dem Fürsten und dem Staat durch Gleißnerey entrissen, Dieß nennt er sein Verdienst, und trotzt auf sein Gewissen. Doch, sey auch kein Crispin, sey reich durch bessern Fleiß, Entstund dein Ueberfluß, dein Glück, auf dein Geheiß? Wer gab zu deiner Kunst dir Fähigkeit und Kräfte?

Den armen Flüchtlingen gegenüber findet sich die Bürgerfamilie nicht durch einen baren Geldbeitrag ab, nicht mit einer Hilfeleistung =in abstracto= ohne menschliche Nähe und Teilnahme; sie sendet den Ueberfluß der Wirtschaft, Schinken und Brot, Bier und Leinwand und läßt den Notleidenden so unmittelbar teilnehmen an der eigenen Wohlhabenheit.

Da sah man große, runde, dickbäuchige Körbe voll Kastanien, gleich den Westen lustiger, alter Herren, an den Thüren lehnend, oder im apoplektischen Ueberfluß auf die Straße rollend. Da sah man braune, dickbäuchige, spanische Zwiebeln, in ihrer Fettheit spanischen Mönchen gleichend und mutwillig den Mädchen winkend, welche vorübergingen und verschämt nach dem Mistelzweige schielten.

Denn da in der Phalanx das Kapital fünf- und sechsfach höhere Zinsen erlangt, als in der Zivilisation, ohne daß Arbeit und Talent dabei zu kurz kommen, und die reichen Leute in der Phalanx sehr bedeutend billiger und doch viel besser leben, als in unserer gegenwärtigen sozialen Ordnung, werden sie eine Ehre darein setzen, ihren eigentlich sonst gar nicht unterzubringenden Ueberfluß zum Besten des Ganzen anzuwenden.

Das Interesse an ihrem Schicksal nahm überhand, und wie ohnehin gegen das Ende des Stücks Götz außer aller Thätigkeit gesetzt, nur zu einer unglücklichen Theilnahme am Bauernkriege zurückkehrte, so war nichts natürlicher, als daß eine reizende Frau ihn bei mir ausstach. Diesen Mangel, oder vielmehr diesen tadelhaften Ueberfluß erkannt' ich bald.

Wenn ein gesund Gerücht mir und den Gästen schmeckt; Was soll der Ueberfluß aus Feldern, Wald und Seen, Dem Tisch und mir zur Last, vor meinen Augen stehen? Macht mich ein kluger Freund, durch Reden voller Geist, Bey wenig Speisen satt: so hab ich wohl gespeist, Und tausche nicht mit dem, der hundert Schüsseln zählet, Und doch bey jeder klagt, daß ihm der Hunger fehlet.

Majestät mir meine Fehler nachsehen und meine Vergehen verzeihen werde.“ Der Schluß lautet: „Rathe mir, aber tadle mich nicht, o Königin, deren Majestät Gott verherrlicht hat und der er Weisheit im Ueberfluß gegeben.“ Plötzlich trat nun ein Umschlag in dem unberechenbaren Gemüthe des Herrschers ein. Rassam’s Plan war, nach dem abessinischen Osterfeste mit den Freigelassenen abzureisen.

Die Vegetation prangt in außerordentlicher Fülle; in allen Thälern und Schluchten sprudeln Gebirgswasser; im dichten Gestrüpp und in den Gräsern hausen Reptilien in Menge, von der Pythonschlange und Naja bis zur kleinsten Baumschlange herab; Schildkröten weiden gemüthlich an Hecken und Teichen; an Säugethieren von der Größe der Feldmaus aufwärts ist Ueberfluß vorhanden, während schattige, fast undurchdringliche Waldpartien, abgelegene Schluchten, die selten eines Menschen Fuß betritt, und fast unersteigliche Felsen und kolossale Hochbäume den Raubvögeln jeden Schutz und Schirm gewähren.

Selma war in's Haus des Großvaters eingetreten, und das Herz des alten menschenfeindlichen Mannes war weich geworden in der Liebe für seine Enkelin. Nun saß er nicht mehr allein unter seinen Blumen und Vögeln, ein Armer, Verlassener in Reichthum und Ueberfluß; an seine Brust schmiegte sich das holde Mädchen und ihre Hände glätteten die Furchen auf seinem Angesicht.

Ist dieß des Reichthums Frucht, daß ich, dem Geize treu, Bey allem Ueberfluß selbst arm und dürftig sey: So fluch ich auf mein Glück, und nenn es eine Bürde, Und hielt ein Freudenfest, wenn sie gestohlen würde.