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Aktualisiert: 21. Oktober 2025


Jetzt, jetzt mit einem Male wußte er’s: Nur an Hilde hatte er gedacht, wenn er überhaupt an eine Frau gedacht hatte. Wenn er sich das Weib an sich gedacht hatte, das hehre Weib, das edle Weib, das holde Weibnur an Hilde Chavonne hatte er gedacht, nur an sie. Wenn er Liebesgedichte gemacht hatte, platonisch-elegische Liebesgedichte in weinenden Odenstrophenhatte er an sie gedacht.

Freilich, bei einem unparteiischen Zuschauer würde auch Hilde Chavonne den Verdacht erweckt haben, daß ihr der Eindruck ihrer Sprünge und Tanzschrittchen nicht gleichgültig sei, und daß sie wie jedes junge, schöne, tanzende Weib um den Kopf eines Mannes tanze. Und gewiß hätte Asmus ihr lieber seinen Kopf auf einer Schüssel entgegengetragen, als ihr von Liebe zu sprechen.

Und er hatte es nicht zu bereuen, daß er an einem vielverheißenden Vorfrühlingstage in die Kuhlmännische Akademie ging. Er traf dort seinen Kollegen Mansfeld, eben jenen Herrn, der eine Pensionärin Namens Hilde Chavonne im Hause hatte. Asmus schwankte, ob er sich zu ihm setzen solle; aber eine eigentümliche Gewalt zog ihn fast gegen seinen Willen an denselben Tisch.

So etwas paßte sich nicht für eine Lehrersfrau, und im Grunde ihres Herzens mochte sie es etwas »frei« von dem Fräulein Chavonne finden, daß es sich auf Asmussens Bitte bereit erklärte, sogar das zu verführende Mädchen selbst zu verkörpern. Asmus las den Prinzen und Appiani, Mansfeld den Marinelli und den Odoardo; aber es ging doch nicht.

Eilig ging er hinein, öffnete den einen der Briefe und las: Hilde Chavonne Hermann Kiefer Verlobte. Hamburg, den

Das war wieder eine bange Stunde; denn hinter ihm, neben ihm, an den Wänden entlang und auf den Bänken der Kinder saßen und standen sämtliche Damen und Herren des Kollegiums. Auch Laura war natürlich da und die beiden Leonoren; und ganz hinten auf der letzten Bank saß Beatrice, oder, wie sie eigentlich hieß: Hilde Chavonne.

Das gab Asmus Sempern einen heiligen Mut, und zitternd sprach er: »Fräulein Chavonnehaben Sie mich liebSie blieb stehen und schien zu wanken. Sie konnte nicht sprechen. Da legte er den Arm um sie, damit er sie stütze, und sprach noch leiser: »Hilde, hast du mich liebIhr Kopf sank an seine Schulter, und sie sagte: »Ja

Merkwürdig, dachte er im Nachhausegehen: ein ganz ähnliches Gefühl hab ich schon einmal gehabtganz so wie jetzt war die Welt schon einmalnicht die gewöhnliche Welt, aber die andre, die immer über ihr schwebt wie Morgenduft über den Hügeln, die war schon einmal so, damals, als ich zwischen den Bahndämmen »am Rain« mit dem kleinen braunen Mädchen geplaudert hatte, mit der »Königin der Mainotten«. Und was noch merkwürdiger ist, die beiden haben in gewisser Hinsicht etwas Übereinstimmendesnicht nur, daß sie beide braunes Haar und braune Augen haben, das will nichts sagenauch der Teint und das ganze Aussehenauch das Fräulein Chavonne hat etwas Fremdländischessoso etwas Französischesübrigens ist ja auch ihr Name französisch.

Hatte er doch auch gesungen: »Dich hieß ich wie kein andres Weib willkommen; Laut schlug mein Herzdu hast es nicht vernommenund hatte dabei an Hilde Chavonne gedacht und war doch um so weniger berechtigt, dem guten Mädchen daraus einen Vorwurf zu machen, als er selbst nicht genau wußte, ob sein Herz für Hilde oder für das Weib im allgemeinen schlug.

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