Einer der Leute führte mich zu seinem Kompagnieführer, und hier erfuhr ich denn, daß ich am Abend zuvor etwa fünfzig Schritte vor der feindlichen Linie gelandet sei und unsere Infanterie mich bereits aufgegeben hatte. Ich nahm mal erst ein ordentliches Abendbrot zu mir und trete dann den Rückmarsch an. Hinten wurde viel mehr geschossen als vorn.

Ich begab mich zu meiner alten zweiten Kompagnie, die jetzt unter Führung eines Kavallerieleutnants stand, in den Schützengraben. Unser Abschnitt war von der Römerstraße bis zum sogenannten Artilleriegraben von zwei Zügen besetzt; der Kompagnieführer lag mit dem dritten hinter einem kleinen Hange ungefähr 200 Meter zurück.

Diese unverständliche Anordnung riß uns die schönsten Früchte des Sieges aus der Hand. Zähneknirschend mußten wir vor der Feuerwand Halt machen. Um eine Lücke des Feuers zu suchen, wandten wir uns weiter nach rechts, wo gerade ein Kompagnieführer des Infanterie-Rgts. 76 zum Sturm auf die Vraucourt-Stellung ansetzte.

Ab und zu trank ich einen Schluck Wermut. Um 6.15 Uhr nachmittags rief ein Gefechtsläufer die Kompagnieführer zum Hauptmann von Weyhe. »Ich habe Ihnen die ernste Mitteilung zu machen, daß wir angreifen. Marschrichtungspunkt der Kirchturm von Sapignies

Jeden Abend saß ich im Unterstande vor meinem kleinen Schreibtisch und las oder plauderte, wenn ich Besuch bekommen hatte. Wir waren mit dem Kompagnieführer 4 Offiziere und führten ein sehr kameradschaftliches Zusammensein.

Ich ließ mir von dem Kompagnieführer, Leutnant Gipkens, die Barrikade am Heckengraben zeigen und setzte mich neben ihn auf einen Postenstand. Plötzlich packte mich Gipkens und riß mich zur Seite. Im nächsten Augenblick spritzte ein Geschoß auf dem Sand meines Sitzplatzes auseinander.

Der Hauptmann fürchtete, seinen zweiten Kompagnieführer an diesem Tage verloren zu haben, stellte indes bei näherem Hinsehen nur zwei oberflächliche Löcher an der Haargrenze fest; wahrscheinlich durch das zerschellende Geschoß oder Stahlhelmsplitter des Verwundeten verursacht. Durch den erneuten Blutverlust geschwächt, schloß ich mich dem Hauptmann an, der zu seiner Befehlsstelle zurückging.

Mein Vater wurde Kompagnieführer in einem jener Regimenter, die durch die mörderischen Kämpfe in Böhmen fast völlig aufgerieben wurden. In den Wäldern um Königgrätz warf ihn eine Kugel zu Boden.

Erst in einem kleinen Granatloch, in das ich kopfüber gestürzt war, wurde mir der Vorgang klar. Nichts mehr hören und sehen! Fort, weit weg, verkriechen! Und doch meldete sich sofort die andere Stimme: »Mensch, du bist doch der KompagnieführerGenau so. Ich sage es nicht, um mich zu rühmen; ich möchte eher sagen: wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu.

Ich war der sechsten Kompagnie zugeteilt und rückte einige Tage nach meiner Ankunft als Führer einer Gruppe mit in Stellung, wo mir gleich durch einige englische Kugelminen ein unangenehmer Empfang bereitet wurde. Der Abschnitt C, in dem die Kompagnie lag, war der exponierteste des Regiments. Wir hatten indes in unserem Kompagnieführer, dem Leutnant d.