Am Fußboden in einer Ecke bemerkte ich geleerte englische Bierflaschen. Ein paar tibetanische Priester mit glattrasierten kahlen Köpfen, in schmutziggelben Kutten, hockten am Boden und rauchten, lehnten mit dem Rücken an der Wand und stierten zur offenen Tür hinaus, zu der ein wenig Tageslicht in den fensterlosen Raum hereinfiel und glasig auf den Augäpfeln der Priester glänzte.

Nur das dritte Weib, das immer noch ihre Haarpfeile verkaufslustig in der Luft schwang, haftete noch an der Seite meines Wagens, vom Gekläff der Hunde umgeben. Als die Tibetanerin mich kaufunlustig sah, lockte sie mit den Augen, so daß ihr die Wagenschieber tibetanische Scherzworte zuriefen, gegen die sie sich eifrig verteidigte.

Der Baderaum hatte einen besonderen Eingang durch einen Balkon, der an der Rückseite des Hauses entlang lief. Nachdem das Bad hergerichtet war, murmelte der tibetanische Diener sein »=all right Sirund verschwand durch die Hintertür des Badezimmers.

Zugleich verfolgten meinen Wagen drei tibetanische Riesenweiber, die ihre Schmuckketten aus kleinen blauen Türkisen, Brocken Bergkristall und Stücken ungereinigter Silberbronze, mit rötlichem Carneol verarbeitet, vom Hals und von den Armgelenken rissen und mir zum Verkauf vor mein Gesicht hielten.

Kein Thier, weder wilde Pferde, noch Yaks oder tibetanische Rinder; dann und wann nur eine Gazelle, die sich bis nach diesen Oeden hinein verirrt hatte; keine Vögel, außer einzelnen jener Pärchen Raben, welche sich bis zu den letzten Schichten der athembaren Luft erheben. Nachdem er diesen Paß durchschritten, begann der "Albatros" wieder hinabzusteigen.

Endlich verflüchtete sich die Nacht, und wir erreichten in der blaugrauen Dämmerung, die dem Sonnenaufgang vorausgeht, die Höhe des Tigerhills. Tibetanische Diener waren vom Hotel vorausgeschickt worden. Ein großer Holzstoß war angezündet worden, aber das Holz war naß und rauchte mehr als es brannte. Der Schnee war im Umkreis des Feuers weggeschmolzen.

Einige Worte Englisch und hundert geschnatterte tibetanische Worte, durchsetzt mit Hundegebell und begleitet vom Gelächter und Geschnauf meiner schwitzenden Wagenschieber, schallten mir unausgesetzt vor den Ohren.

Ein solches Amulett wird niemals verkauft, und sollte es verloren gehen, so setzt eine jede tibetanische Frau ihr Leben daran, um das kostbare Amulett der Treue wieder zu erhalten.

Über ihnen standen an den Flanken Pfauenfedern, glänzend rund, und tibetanische Kuhschweife. Sie kam mit dem Auge an die Stange des Vorderteils, sie strich hinauf: ein großer goldener Knopf wie die Sonne. Dann glitt sie, ohne einzuhalten, in den Himmel, der über dem Flußbett hing, grenzenlos. Ihr Gesicht färbte sich dunkler: »Wie heißt du?« »Thengo-Tikien