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Aktualisiert: 16. Oktober 2025
Ein Krüppel bleibt ein Krüppel, und die Marcsa hat sich mit dem Johann Bogdán verlobt, und nicht mit dem Kinderschreck, den er ihr jetzt nach Hause brachte. Seine Traurigkeit wich allmählich einer unbändigen Wut gegen das Großstadtgesindel, das ihn beschwatzt, ihm weiß Gott was aufgebunden hatte. Stolz sein sollte die Marcsa, weil er im Dienste des Vaterlandes entstellt worden war? Stolz? Haha!
Unwillig, mit gerunzelter Stirne ließ Bogdán die Rede über sich ergehen. Nur der letzte Satz machte ihn stutzig. Er horchte auf, wurde unruhig, und kämpfte eine Weile heldenhaft gegen die Frage, die ihm auf den Lippen brannte. Dann konnte er endlich doch nicht mehr an sich halten und platzte heraus: Ist die Marcsa auch oben in der Fabrik?
Aber die Marcsa läßt du mir in Ruhe. Rauferein dulde ich nicht! Will sie dich noch heiraten, so ist's mir sehr recht. Will sie aber nicht, dann läßt du sie zufrieden! Hör' ich noch einmal, daß du ihr weh getan hast, dann jag' ich dich zum Teufel, verstehst du mich? Schäumend vor Wut legte Bogdán los: Zum Teufel? schrie er biemend. Der gnädige Herr will mich zum Teufel jagen?
Da gab es keinen anderen Vergleich, als den einen, schmerzlichen, zwischen dem kecken, übermütigen Burschen, der hier am ersten Mobilmachungstag mit heisergesungener Stimme seiner Marcsa ein letztes Lebewohl zugerufen hatte, und dem Krüppel, der jetzt mit einem Auge, zertrümmerter Kinnbacke, zerflicktem Gesicht und halbierter Nase vor demselben Stationsgebäude stand, verbittert und niedergeschlagen, als wäre ihm das Unglück an diesem Morgen erst zugestoßen.
Und die Marcsa, die schöne Marcsa, um die sich alle Männer reißen, sollte die Frau eines elenden Taglöhners werden? Nein, das fühlte Johann Bogdán ganz genau, für die Marcsa war der Mensch, der da auf der Bank saß, nicht der Johann Bogdán mehr. Sie wird ihn nicht mehr haben wollen, so wenig die Herrschaft ihn wieder auf den Bock setzen wird.
Er stieß einen kurzen, krächzenden Laut aus, einen mißglückten Fluch, dann fiel sein Kopf vornüber, und er heulte los, wie ein verlassenes Weibsbild. Was sollte er nun anfangen? Hinaufgehen ins Schloß, die Tür aufstoßen zum Gesindehaus, und der verblüfften Marcsa ein patziges »Grüß Gott« zurufen? . . . Ja, so hatte er sich's gedacht.
Hatte sich, weiß der Teufel wie oft, das Bild ganz genau ausgemalt: das Aufkreischen der Mägde, den Freudenschrei seiner Braut, ihren Sprung an seinen Hals, und die tausend Fragen, die sich über ihn ergießen würden, während er, die Marcsa auf den Knieen, nur so nebenher, dann und wann, eine Antwort gäbe der andächtig lauschenden Gesellschaft. Wo war das jetzt alles? . . . Zur Marcsa gehen?
Wie eine glühende Zange umklammerten seine Finger ihr Handgelenk, daß sie aufschrie vor Schmerz. Der Herr? . . . . brüllte Bogdán, was hat der gnädige Herr zwischen dir und mir zu suchen? Ja oder nein? Antwort will ich! Der Herr hat da nichts zu schaffen, zwischen uns. Marcsa richtete sich auf. Mit einemmal kam eine merkwürdige Sicherheit über sie.
Nur bei der Marcsa hatte es etwas länger gedauert; aber die war ja auch weit und breit als das schönste Mädel berühmt, und selbst der gnädige Herr hatte ihm fast neidisch auf die Schulter geklopft, als sie sich verlobten. Ein schönes Paar! hatte der Herr Pfarrer gesagt.
Marcsa! Marcsa! klang es schmetternd hell über den weiten Hof. Das Mädel wandte sich um und ließ ihn herankommen, neugierig, mit zusammengekniffenen Augen. Drei Schritt weit blieb Bogdán stehen. Marcsa! wiederholte er flüsternd, den Blick angstvoll auf ihr Gesicht geheftet.
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